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descriptionZecke
Sie stechen, saugen und infizieren dabei ihr Opfer mit gefährlichen Viren und Bakterien: Zecken können Hirnhautentzündung und Borreliose übertragen.
descriptionZecke in der Haut
Den Zecken keine Chance lassen mit geeigneter Kleidung und Insektenschutzmittel: In Risikogebieten schützt zusätzlich die FSME-Impfung.
descriptionFläschchen mit Impfstoff
Sie beginnt wie eine Grippe und kann später das Gehirn angreifen. Gegen FSME gibt es keine speziellen Medikamente, aber eine Impfung schützt.
descriptionPetrischalen
Haut, Gelenke, Nerven und Herz sind Hauptangriffsziele der Borreliose. Eine konsequente Therapie mit Antibiotika verhindert gefährliche Spätfolgen.
descriptionGrafik: Europakarte
In bestimmten Risikogebieten ist die Gefahr einer FSME-Infektion durch einen Zeckenstich besonders hoch, Borreliose lauert fast überall: eine Übersicht.
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FSME – Gehirn in Gefahr!

Zwar ist die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) eine ernste Erkrankung. Bei den meisten Betroffenen verläuft sie jedoch wie eine Grippe und führt zu keinen Komplikationen. Nur bei zehn Prozent der Erkrankten befällt das Virus auch das zentrale Nervensystem – eine Entzündung von Hirn und Hirnhäuten droht.

Im Überblick



FSME-Symptome: Kopfschmerzen, Erbrechen und Schwindel sind typisch

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine ernst zu nehmende Krankheit. Trotzdem: Schwere Verläufe sind bei dieser durch Zecken übertragenen Infektion eher die Ausnahme. Hinzu kommt: Nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt automatisch zu einer FSME und nur 30 Prozent der Infizierten zeigen überhaupt Symptome. Eine Impfung ist dennoch sinnvoll, da es sich um eine Virus-Infektion handelt. Das bedeutet: Im Falle eines schweren Verlaufs steht kein wirksames Medikament zur Verfügung. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infekten, gegen Viren wirken sie nicht.
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FSME verläuft meistens relativ harmlos

Die ersten Symptome der FSME treten zirka sieben bis 14 Tage nach dem Zeckenstich auf, gelegentlich auch vier Wochen. Die FSME beginnt mit grippeartigen Beschwerden wie mäßigem Fieber – meistens unter 38 Grad Celsius –, Kopf- und Gliederschmerzen, Erbrechen und Schwindelgefühl. Bei fast 90 Prozent der Erkrankten ist die FSME nach dieser ersten Phase auch schon überstanden.
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Eine Meningitis ist die Ausnahme

Bei zehn Prozent der Erkrankten befällt das Virus nach einem fieberfreien Intervall von einer Woche bis maximal 20 Tagen das zentrale Nervensystem. Es kommt zu einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung, mit Nackensteifigkeit, starken Kopfschmerzen und hohem Fieber. In den meisten Fällen heilt die Meningitis nach einigen Tagen folgenlos aus. In schweren Fällen entwickelt sich eine Meningoenzephalitis, das heißt, nicht nur die Hirnhaut, sondern auch das Gehirn ist entzündet. In diesem Fall können Sprach- und Schluckstörungen, Bewusstseinstrübungen, Lähmungserscheinungen und psychische Veränderungen hinzukommen. Diese Fälle sind allerdings sehr selten. Auch eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) ist die Ausnahme und tritt vor allem bei älteren Menschen auf. Eine Myelitis kann unter anderem zu einem Anfallsleiden und andauernden Kopfschmerzen führen.
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Kinder überstehen FSME fast immer gut

Selbst bei Patienten mit schweren Krankheitsverläufen heilt die FSME meistens völlig aus. Nur in zehn bis zwanzig Prozent der Fälle ist mit Folgeschäden zu rechnen. Todesfälle treten bei ein bis zwei Prozent der Patienten mit einem Befall des zentralen Nervensystems auf. Bei Kindern verläuft die FSME fast immer unkompliziert.
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Zur Diagnosesicherung von FSME ist ein Bluttest notwendig

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) äußert sich vor allem zu Beginn der Krankheit durch relativ allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder Schwindel.
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Liquor-Entnahme etwas aufwendiger

Der Arzt sichert die Diagnose meist durch einen Bluttest. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Nervensystems entnimmt der Arzt zusätzlich aus dem Rückenmark Nervenflüssigkeit (Liquor). Dazu punktiert er im Lendenwirbelbereich den Wirbelkanal mit einer Nadel.
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FSME-Diagnose durch Nachweis von Viren oder Antikörpern

Das FSME-Virus lässt sich zu Beginn der Infektion meistens direkt im Blut beziehungsweise in der Nervenflüssigkeit (Liquor) nachweisen. In der späteren Phase ist der Nachweis indirekt: Die FSME-Infektion zeigt sich an Abwehrstoffen (Antikörper), die der Organismus bei der Bekämpfung des Virus bildet. Wenn der Patient jedoch gegen FSME geimpft ist, reicht der Nachweis von Antikörpern im Blut oder Serum nicht für die Diagnose FSME: Schließlich können die Antikörper auch eine Reaktion auf den Impfstoff sein.
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FSME: Es ist nur eine Therapie der Symptome möglich

Bei der FSME sind Antibiotika wirkungslos, da es sich bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) um eine Viruskrankheit handelt. Antibiotika wirken nur bei bakteriellen Infekten. Für die FSME gibt es keine Therapie, die die Ursachen bekämpft. Der Arzt kann nur versuchen, die Symptome zu lindern. Eine Behandlung mit FSME-Immunglobulin-Präparaten, das heißt eine passive Impfung, entspricht nicht mehr dem neuesten wissenschaftlichen Stand.
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Impfung schützt vor FSME

Dagegen kann mit einer Impfung wirksam vorgebeugt werden. Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder eine Reise dorthin plant, sollte sich gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis impfen lassen. Dasselbe gilt für Menschen, die berufsbedingt gefährdet sind wie Forstarbeiter, Jäger und Landwirte. Bei der FSME-Impfung handelt es sich um eine aktive Immunisierung mit abgetöteten FSME-Viren, die das Immunsystem zur Antikörperbildung anregen.
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Voller Impfschutz nach neun bis zwölf Monaten

In der Regel sind drei Impfungen notwendig, um den vollen Impfschutz zu erreichen. Nach der ersten Impfung findet die zweite etwa ein bis drei Wochen später statt. Die dritte Impfung ist dann neun bis zwölf Monate nach der ersten Impfung fällig. Der Impfschutz hält dann mindestens drei Jahre.
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Bei Reisen in FSME-Gebiete rechtzeitig an die Impfung denken

Nach vollständiger Impfung kann bei 99 Prozent der Geimpften mit einem vollständigen Schutz vor FSME gerechnet werden. Bereits nach zwei Impfungen besteht bei 90 Prozent ein Schutz, der allerdings nur etwa ein Jahr anhält. Ist ein schneller Impfschutz nötig, wird eine Woche nach der ersten Impfung die zweite und wiederum zwei Wochen danach die dritte Impfung verabreicht. Ein Impfschutz besteht schon ab dem 21. Tag nach Beginn der Immunisierung. Eine Auffrischungsimpfung wird so allerdings schon nach zwölf bis 18 Monaten fällig. Auch Kinder ab dem zweiten Lebensjahr sollten geimpft werden. Für Kinder bis zwölf Jahre gibt es einen speziellen Impfstoff, der weniger Viren enthält und dadurch sehr gut verträglich ist. Eine passive Impfung nach einem Zeckenstich entspricht nicht mehr dem aktuellen wissenschaftlichen Stand. FSME-Immunglobulin-Präparate werden in Deutschland nicht mehr verkauft.
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Als mögliche Nebenwirkungen einer FSME-Impfung können auftreten:
  • Rötung oder Schwellung an der Impfstelle
  • Fieber, vor allem bei Kindern
  • vorübergehend Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen
  • sehr selten traten im Zusammenhang mit der Impfung verschiedene Formen der Nervenentzündung sowie starke Kopfschmerzen auf.

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Fieberthermometer
© Shutterstock
Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen: Die ersten Symptome der FSME sind relativ unspezifisch.
Magnetresonanztomografie des Gehirns
© Shutterstock
Bei schwerem Verlauf der FSME: Die Magnet-Resonanz-Tomografie hilft, die FSME von anderen Hirnentzündungen abzugrenzen.
Junge Frau bei Impfung.
© Thinkstock
Die einzige Möglichkeit: Der FSME kann nur durch eine Impfung vorgebeugt werden.