Dieser Inhalt benötigt den Adobe Flash Player. Diesen können Sie unter http://www.adobe.com/go/getflashplayer kostenlos herunterladen.
descriptionZecke
Sie stechen, saugen und infizieren dabei ihr Opfer mit gefährlichen Viren und Bakterien: Zecken können Hirnhautentzündung und Borreliose übertragen.
descriptionZecke in der Haut
Den Zecken keine Chance lassen mit geeigneter Kleidung und Insektenschutzmittel: In Risikogebieten schützt zusätzlich die FSME-Impfung.
descriptionFläschchen mit Impfstoff
Sie beginnt wie eine Grippe und kann später das Gehirn angreifen. Gegen FSME gibt es keine speziellen Medikamente, aber eine Impfung schützt.
descriptionPetrischalen
Haut, Gelenke, Nerven und Herz sind Hauptangriffsziele der Borreliose. Eine konsequente Therapie mit Antibiotika verhindert gefährliche Spätfolgen.
descriptionGrafik: Europakarte
In bestimmten Risikogebieten ist die Gefahr einer FSME-Infektion durch einen Zeckenstich besonders hoch, Borreliose lauert fast überall: eine Übersicht.
  • Schriftgröße normal
  • Schriftgröße mittel
  • Schriftgröße maximal

Borreliose – Alarmzeichen Wanderröte

Erst zeigt sich ein roter Ring um die Stelle des Zeckenstichs, später folgen die unterschiedlichsten Krankheitssymtome – zum Beispiel eine Gesichtslähmung oder Gelenkentzündung. Weil die Anzeichen der Borreliose so unterschiedlich sein können, ist eine exakte Diagnose durch verschiedene Testmethoden erforderlich. Antibiotika greifen die Bakterien an, die sonst jahrzehntelang im Körper überleben können.

Im Überblick



Borreliose-Symptome: Erythema migrans ist typisch

Die Lyme-Borreliose ist eine Krankheit, die sich an unterschiedlichen Organen bemerkbar machen kann – insbesondere an der Haut, den Gelenken, am Nervensystem und Herzen.
Die frühe Borreliose-Phase ist gekennzeichnet durch eine Rötung, die sich ringförmig um die Stichstelle ausbreitet und scharf umgrenzt ist – die sogenannte Wanderröte (Erythema chronicum migrans). Das Erythema migrans tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich auf und kann begleitet sein von unspezifischen Beschwerden wie Fieber, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen.
↑ nach oben

Später kommen starke Schmerzen hinzu

Wenn Sie nach einem Zeckenstich ein solches Erythema migrans an sich entdecken, sollten Sie schnell zum Arzt gehen. Das Erythema migrans ist ein eindeutiges Zeichen für eine Borreliose und muss deshalb sofort mit einem Antibiotikum behandelt werden. Hinzu kommt, dass die Borreliose-Therapie in der Frühphase am erfolgreichsten ist. Wird das Erythema migrans nicht behandelt, kann es Monate nach der Borreliose-Infektion zu einer schmerzhaften Entzündung der peripheren Nerven, der Nervenwurzeln und Gehirnnerven, insbesondere der Gesichtsnerven kommen. Diese Symptome werden als Bannwarth-Syndrom oder Neuroborreliose bezeichnet.
↑ nach oben

Gesichtslähmungen sind charakteristisch

Typisch sind brennende Schmerzen vor allem in der Gegend des Erythema migrans und oft auch Lähmungen, besonders Gesichtslähmungen (Fazialisparese). Bei 60 Prozent der Betroffenen leidet auch der Tastsinn. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, können sich in einer späten Borreliose-Phase starke Gelenkbeschwerden (Lyme-Arthritis) anschließen. Allerdings kann die charakteristische Phaseneinteilung völlig fehlen. Es ist möglich, dass sich die Borreliose mit einer Gelenkentzündung, typischerweise am Kniegelenk, erstmals bemerkbar macht und das Erythema migrans oder die Neuroborreliose ausbleiben. In sehr seltenen Fällen ist im Frühstadium das Herz betroffen. Ein gutartiger Hauttumor, das Borrelien-Lymphozytom, kommt nur ausnahmsweise vor.
↑ nach oben

In der Spätphase erkranken Gelenke und Haut

Es ist wichtig, eine Borreliose früh zu erkennen und zu behandeln – möglichst schon ganz zu Anfang, wenn das Erythema migrans erstmals auftritt. Anderenfalls kann es passieren, dass sich der Infekt durch Antibiotika nicht mehr erfolgreich kurieren lässt und die Erreger im Körper fortbestehen: Die Borreliose wird chronisch. In dieser späten Phase spielt sich die Borreliose hauptsächlich an den Gelenken ab. Es kommt zur Lyme-Arthritis, einer Gelenkentzündung: Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen, aber auch Sprunggelenk und Ellenbogengelenk können sich entzünden. Etwas seltener tritt die Arthritis an Finger-, Zehen-, Handwurzel- und Kiefergelenk auf.
↑ nach oben

Oft wird die Haut an Händen und Füßen dünn wie Zigarettenpapier
Typisch für das Spätstadium ist außerdem eine besondere Hautentzündung, die sich Acrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer nennt: Bei dieser Hauterkrankung bildet sich die Haut zurück, sie wird so dünn wie Zigarettenpapier und färbt sich violett. Die Hautveränderungen treten vor allem an den Fingern, Händen, Füßen, Zehen, der Nase und am Kinn auf sowie an Ellenbogen und Knie, wo sie oft mit starken Schmerzen einhergehen.
In sehr seltenen Fällen ist in der Spätphase eine Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks (Enzephalomyelitis) möglich, die zu bleibenden Schäden wie Lähmungen führen kann.
↑ nach oben

Zur Diagnosesicherung von Borreliose ist ein Bluttest notwendig

Die Borreliose äußert sich im Frühstadium durch recht allgemeine Symptome wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Schwindel. Meistens kommt das Erythema migrans (Wanderröte) hinzu, was die Diagnose erleichtert.
↑ nach oben

Liquor-Entnahme etwas aufwendiger

Aber auch in diesem Fall sollte der Arzt die Diagnose durch einen Bluttest sichern. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Nervensystems entnimmt der Arzt zusätzlich aus dem Rückenmark Nervenflüssigkeit (Liquor). Dazu punktiert er im Lendenwirbelbereich den Wirbelkanal mit einer Nadel.
↑ nach oben

Borreliose-Bluttest erst recht spät möglich

Bei der Borreliose ist die Diagnose durch eine Blut- oder Liquoruntersuchung komplizierter als bei FSME: Erst sechs Wochen nach dem Zeckenstich lassen sich Antikörper nachweisen – und dies nur bei etwa 20 bis 50 Prozent der Patienten. Erst einige Wochen später, wenn oft schon brennende Schmerzen und Lähmungen auftreten, können Labormediziner die Antikörper bei 70 bis 90 Prozent der Betroffenen nachweisen. In der späten Borreliose-Phase hat der Körper inzwischen so viele Antikörper gebildet, dass ein Nachweis meistens kein Problem mehr darstellt.
↑ nach oben

Manchmal ist der Test falsch-positiv

Eine Schwierigkeit gibt es allerdings noch bei der Diagnose der Borreliose: Der Erreger der Borreliose, das Borrelia burgdorferi, ähnelt manchmal stark anderen Krankheitserregern. So kommt es vor, dass der Test für eine Borreliose spricht, obwohl keine Infektion vorliegt. Mediziner sprechen auch von einem falsch-positiven Test. Besteht der Verdacht eines falsch-positiven Test, sind weitere Untersuchungen notwendig: etwa eine Untersuchung von Urin, Nervenflüssigkeit oder einer Gewebeprobe aus der Haut.
↑ nach oben

Therapie Borreliose

Eine Borreliose sollte in der Frühphase mit Antibiotika behandelt werden. Je früher die Therapie beginnt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie früh ausheilt. Als Mittel der ersten Wahl gelten Tetrazykline. Wichtig ist, dass Sie die Antibiotika lange genug und in der richtigen Dosierung erhalten. In der späteren Borreliose-Phase verabreicht der Arzt das Antibiotikum meistens intravenös, weil so eine höhere Dosierung möglich ist. Anschließend ist oft zusätzlich eine mehrmonatige Therapie mit Antibiotika-Tabletten notwendig.
↑ nach oben

Antibiotika-Therapie unbedingt zu Ende führen

Unterbrechen Sie die Therapie in keinem Fall auf eigene Faust. Auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben: Nehmen Sie die Medikamente so lange, wie der Arzt es angeordnet hat. Wenn Sie die Therapie vorzeitig beenden, ist eine vollständige Heilung nicht gewährleistet. Es kann zu einem neuen Ausbruch der Erkrankung (Rezidiv) kommen, der dann eine noch längere Antibiotika-Therapie nötig macht.
↑ nach oben

Auch in der Schwangerschaft muss der Arzt eine Borreliose mit Antibiotika behandeln, denn eine unbehandelte Borreliose kann für das Kind gefährlich werden. Sie brauchen vor einer Antibiotika-Therapie in der Schwangerschaft keine Angst zu haben: Es gibt inzwischen eine Reihe Antibiotika, die dem Kind nicht schaden.
↑ nach oben

Kreisförmige Rötung am Oberarm
© CDC
Symptom im Frühstadium der Borreliose: Die Wanderröte (Erythema migrans) ist nicht immer so gut erkennbar, wie auf diesem Bild.
Grafik: Kniegelenk
© Shutterstock
Spätsymptom: Eine Borreliose kann auch die Gelenke (hier: Grafik eines entzündeten Kniegelenks) attackieren.
Glas mit Tabletten
© Istockphoto
Mittel der Wahl: Borreliose wird mit Antibiotika behandelt.